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Meine Herkunft
Ich wurde in einem Gebiet geboren, das zu diesem Zeitpunkt von der UdSSR besetzt war, einem Staat mit kommunistischer Ideologie, der heute nicht mehr existiert. Kurz darauf übersiedelten meine Eltern mit mir in ein Gebiet, das von Großbritannien (British Empire) besetzt war, das eine kapitalistische und christliche Ideologie vertrat und seinerzeit einen großen Teil der Welt beherrschte. Auch dieses Weltreich existiert so nicht mehr. Kurze Zeit später gründete sich ein Deutscher Staat namens BRD mit demokratischem Anspruch. Ich wuchs dann in Westberlin auf, einem besonderen Teil Deutschlands unter Alliiertem Recht. Meine Großmutter war in einem Land geboren worden, das seinerzeit ein Kaiserreich war, das in ihrer Jugend Krieg führte. Sie lebte dann in einem demokratischen Staat, in dem sie von meiner späteren Mutter entbunden wurde. Als meine Mutter Mädchen war, wandelte sich dieser Staat in eine Diktatur, die wiederum Krieg führte, und zwar mit Hilfe meines späteren Vaters, der als junger Mann zwangsweise zum Kriegsdienst "eingezogen" wurde, im Krieg einen Kopfschuss davontrug. Er überlebte und heiratete nach einer Zeit der Gefangenschaft bei Marceille (Südfrankreich) meine Mutter, mit der er mich zeugte. Zu diesem Zeitpunkt war dann das Land, in dem meine Oma geboren worden war, Ausland und gehörte zu Polen. Als ich zur Schule ging, wurde um die Stadt herum, in der ich wohnte, eine Mauer errichtet, so dass ich meine engsten Verwandten, die in der gleichen Stadt wohnten, nicht mehr besuchen und sprechen konnte. Als ich erwachsen war und arbeitete, wurde dann diese Mauer wieder abgebaut und auch dieser bis dahin kommunistische östliche Stadtteil war dann BRD. Die Mitmenschen, die vorher im östlichen Teil die Staatsmacht ausgeübt hatten und Feinde waren, weil sie Mitmenschen einsperrten und erschossen, wenn sie ihre Freiheit wollten, übten nun in der Stadt, in der ich immer noch lebte, weiterhin Staatsmacht aus und konnten mich verurteilen und einsperren, falls ich gegen Gesetze verstieß. Es leben hier inzwischen auch sehr viele Menschen mit moslemischem Glauben und anderen Gaubensvorstellungen und viele arbeitslose Menschen. Als ich klein war, hatten mir meine Eltern eingeprägt, dass ich brav in der Schule lernen sollte, damit ich später meinen Lebensunterhalt verdienen könne. Nun stellt sich heraus, dass ich nutzlos gelernt hatte, denn auch ohne Arbeit ist nun der Lebensunterhalt und das Vergnügen jedes Menschen in diesem Staat gesichert. In dem Staat, in dem meine Oma geboren wurde, musste der Fabrikarbeiter noch 12 Stunden am Tag arbeiten, um so viel Geld zu verdienen, dass er seine Arbeitskraft "reproduzieren" konnte, also was zu essen hatte. So hatte das Karl Marx mal formuliert. Im jetzigen Staat (der BRD) braucht er nun dafür gar nicht zu arbeiten. Die Regierung der BRD schickt sogar Soldaten in weit abgelegene Länder, um dort Verteidigungskriege zu führen. So ändert sich das Staatsgebilde und sein Verhalten des öfteren, geht unter und ein neues wird geboren. Meine Oma hat, obwohl sie nie ins Ausland verzogen ist, in 6 Staaten gelebt: in einem deutschen Kaiserreich, in einer Weimarer Republik, in einem tausendjährigen Reich, in dem russischen Besatzungsland, in dem ich geboren wurde, in der DDR und in der BRD. Ein Staatsleben ist also kürzer als ein Menschenleben. Aber alle Staaten sind Rechtsstaaten und wollen das beste für ihre Bürger. Selbst die Kriege werden angeblich für die Bürger geführt. Dafür lohnt sich dann auch das Sterben, falls man im Dienst für den Staat erschossen wird.
Kürzlich schrieb ein Mitmensch ein Buch mit dem Titel "Deutschland schafft sich ab". Ich verstehe diesen Titel bedauerlicherweise nicht. Ich kenne zwar eine deutsche Sprache und ein Gebiet, in dem ich wohne, das BRD heißt, aber "Deutschland" ist mir unbekannt. Ich bleibe auch lieber Mensch und kleinste Einheit einer menschlichen Gesellschaft. Aber offiziell geht es nicht ohne eine derartige Zwangsmitgliedschaft in einem Staat. Irgendwo muss man nämlich seine Steuern zahlen, mit deren Hilfe das System Staat das Verhalten seiner Bürger steuert. Ich bin dafür, dass jedes Individuum selbst bestimmen kann, für welche Zwecke der Staat seine Steuern verwendet. (Der Vorschlag kann hier diskutiert werden: Visions of Politics)
Rudi Zimmerman, 12 Jahre alter Philosoph |
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